Fahrerlos zum Schloss

Mit über zwei Millionen Euro unterstützt der Bund das Projekt „Selbstfahrende Elektroshuttles zum Hambacher Schloss“ der Mobility-on-Demand (MoD) GmbH von Stefan Rouwen. Mit der nun vorliegenden verbindlichen Zuschusszusage kann das Unternehmen loslegen, hat Räume in Kaiserslautern angemietet und drei Mitarbeiter eingestellt.

Von Wolfgang Kreilinger

„Wir werden im ersten Schritt im November in Hambach die Bevölkerung ausführlich informieren.“ Für Stefan Rouwen, Gründer und Geschäftsführer der MoD Holding GmbH, ist Transparenz ein wichtiger Baustein bei dem Vorhaben, mit selbstfahrenden Kleinbussen Besucher zum Hambacher Schloss zu bringen. Rouwen hat mit Kerstin Ullrich eine Projektleiterin eingestellt, die die Öffentlichkeitsarbeit übernimmt. Die Mannheimerin ist eine Expertin für Mobilitätsforschung, die über zehn Jahre als Mitarbeiterin eines Heidelberger Marktforschungsinstitutes für große Automobilhersteller in dem Bereich tätig war. „Ich habe nach 20 Jahren meinen Arbeitgeber verlassen, weil ich an das Projekt glaube“, so Ullrich, die fest davon überzeugt ist, dass fahrerlose Shuttle-Dienste in Mittelstädten mit geringer Busfrequenz eine Zukunft haben: „Metropolen haben ja die S-Bahn-Infrastrukturen.“

Für das vierköpfige Team hat die MoD Büroräume in einem Kaiserslauterer Gründerzentrum in Nachbarschaft der Technischen Universität angemietet. „Wir werden auch Räume in Neustadt mieten, aber in der Demophase steht die Zusammenarbeit mit der Universität im Vordergrund“, erklärt Rouwen. Die wissenschaftliche Begleitung sei eine Voraussetzung des Bundesverkehrsministeriums für den Zuschuss über 2,07 Millionen Euro.

Die MoD Holding bringt 1,3 Millionen Euro an Eigenmitteln in das Projekt ein. „Das ist Geld, das ich persönlich investiere, es gibt aber auch Investoren, die sich bereits beteiligt haben oder noch beteiligen wollen“, erklärt Rouwen. Das sei auch erforderlich, weil die MoD frühestens 2020 Einnahmen erziele. In der Demophase soll die Shuttle-Fahrt kostenlos sein. Der Ingenieur Rouwen hat seine Arbeitszeit bei seinem Arbeitgeber BASF reduziert, um für die MoD mehr Zeit zu haben. Partner bei der Universität sind Professor Dethlef Kurth (Stadtplanung) und Professor Wilko Manz (Bauingenieurwesen).

Kerstin Ullrich betont, dass in den kommenden Wochen bei der Konzeptplanung alle Beteiligten einbezogen würden – Stadtverwaltung, Stadtvorstand, Stadtrat, Ortsbeirat, Stiftung Hambacher Schloss, Gastronomen, und Anlieger. „Wir kennen die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung Hambach-Live und greifen den dort formulierten Wunsch nach einem Ringverkehr auf – über die Freiheitstraße zum Schloss und über die Schlossstraße zurück“, so Ullrich. Ob sich diese Routenführung umsetzen lasse, müsse die Demo-Phase zeigen. Auch über den Park&Ride-Parkplatz müsse man sich unterhalten. Für die Demo-Phase kann sich Stefan Rouwen den Wohnmobilparkplatz in der Dammstraße vorstellen.

Im November findet ein Workshop mit den Experten des TÜV statt. Auch der Landesbetrieb Mobilität müsse die Pläne absegnen und werde deshalb eng eingebunden.

Das alles ist bislang nur ein Forschungsprojekt – aber mit konkreten Hintergedanken. Rouwen kann sich vorstellen, dass in Neustadt in fünf bis zehn Jahren der öffentliche Personennahverkehr flächendeckend durch MoD ergänzt wird.

Info

Die MoD GmbH wird regelmäßig auf der Internetseite www.hambach-shuttle.de über das Projekt informieren. Kerstin Ullrich will im November mehrere Tage nach Hambach kommen, um vor Ort Fragen der Bevölkerung und der Politiker zu beantworten.