Ja zum Shuttle – aber wie?

Neue Supermarkt-Pläne, Schlosstourismus, Bauprojekte: In Hambach stehen zurzeit gleich mehrere „heiße“ Themen auf der Tagesordnung. Rund 120 Bürger nutzten die offene Sprechstunde mit Oberbürgermeister Marc Weigel, um Kritik und Anregungen loszuwerden.

Von Kathrin Keller

Für Hambach ist der Tourismus, den das Schloss auslöst, eine Belastung, ohne Frage. Eines scheint dennoch klar: Anwohner, die den Tourismus am liebsten ganz zurückfahren würden, stoßen auch in kritischen Runden, wie der offenen Sprechstunde des Oberbürgermeisters am Donnerstag, auf Widerstand. Auf die etwas provozierende Frage eines Besuchers, ob die Bürger denn wirklich die „Vertouristifizierung“ des Ortsteils wollten, antworteten etliche mit einem klaren Ja. Dass die Frage so auch gar nicht gestellt werden kann, machte Oberbürgermeister Marc Weigel deutlich. „Die Vermarktung des Schlosses steht nicht in unserer Entscheidungsgewalt“, sagte er. Das Land habe 20 Millionen Euro in das Schloss investiert und sei deshalb selbstverständlich auch bemüht, die Verluste, die der Betrieb mit sich bringe, so gering wie möglich zu halten.

Das Land finanziert aber auch die Entwicklung eines Konzeptes, bei dem es darum geht, die Entwicklung des Ortsteils und den Schlosstourismus unter einen Hut zu bringen. Im April hat es dazu, wie berichtet, auch eine Bürgerbeteiligung gegeben. Dabei wurde ein Shuttle-Verkehr vorgeschlagen, der nun auch die von der Verwaltung favorisierte Lösung ist. „Wir sind da mitten im Prozess“, erklärte Stadtplaner Bernhard Adams. Auch ein Pilotprojekt mit autonom fahrenden E-Shuttle-Bussen, die von dem Neustadter Stefan Rouwen, geschäftsführender Gesellschafter der Mobility-on-Demand Holding GmbH, ins Gespräch gebracht worden ist, sei eine Option.

Doch es gebe dabei noch offene Fragen, betonte Adams. Zum Beispiel, von wo der Shuttle starten soll, oder wie die Schloss-Besucher dazu bewegt werden können, ihn zu benutzen. Wenn das Modell erfolgreich sein solle, müsse der Individualverkehr eingeschränkt werden. Vorstellbar sei, die Zufahrt durch eine Schranke zu verhindern. Reisebusse würden aber passieren können, etwa per Chip. Offen ist bisher, ob der Shuttle-Verkehr ganzjährig oder nur in der Hauptsaison, täglich oder nur am Wochenende in Kraft sein soll.

Diskutiert wird auch noch, in welcher Richtung der Verkehr zum Schloss hin und wieder zurückgeführt werden soll. Denkbar sei auch eine Drehung der derzeitigen Richtung, so Adams. Nach Untersuchungen der Stadt fährt derzeit ein Großteil der Besucher entgegen der offiziellen Verkehrsführung (Römerweg) über Bergsteinstraße/Freiheitstraße ab. Eine Anwohnerin der Freiheitsstraße bestätigte das: „Was bei uns abgeht, ist der Wahnsinn.“

Geprüft wird auch noch das Modell Seilbahn, obwohl sowohl Weigel als auch Adams klar machten, dass sie das sehr skeptisch sehen. Der dann nötige Eingriff ins Landschaftsbild, die Kosten sowie die Frage der Anbindung sprächen dagegen. Den Vorschlag eines Zuhörers, Seilbahn und Shuttle zu kombinieren, wies Weigel als zu teuer zurück. Zur Auffassung eines anderen, dass längerfristig gesehen eine neue Straße zum Schloss nötig sei, sagte Adams: „Machen Sie uns doch bitte mal einen Vorschlag, wie die Straße verlaufen könnte. Dann können wir das prüfen.“

Bis Mitte nächsten Jahres will die Verwaltung einen Maßnahmenkatalog vorlegen. Zuvor soll es im Frühjahr nochmals eine Bürgerbeteiligung geben.