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Fahrzeuge

Fragen rund um unsere Shuttles

Während der Demo-, oder auch Test-Phase, werden 2019 erst einmal zwei Shuttles und ein Tesla Model X eingesetzt. Während dieser Zeit sollen die Fahrzeuge ertüchtigt werden, auf einer noch festzulegenden Route im autonomen Modus zu fahren. Ab 2020 soll der Regelbetrieb mit dann vier Shuttles beginnen.

Je nach Hersteller gibt es 6 Sitzplätze und 6 Stehplätze (Easymile EZ10), oder 11 Sitzplätze und 4 Stehplätze (Navya DL4). Wir werden allerdings zunächst nur mit maximal 8 Sitzplätzen für Fahrgäste und ohne Stehplätze operieren.

Wir streben in der Demo- oder Testphase 2019 nur eine Zulassung an, die auf 8 Gäste und einen Operator beschränkt ist. Für eine Beförderung mit mehr als 8 Gästen braucht man bei derzeitiger Gesetzeslage heute noch eine Zulassung der Shuttles in der Fahrzeugkategorie „Bus“ und damit auch einen Fahrer mit Busführerschein. Es ist aber denkbar, dass es schon sehr bald eine Zulassungskategorie zwischen Pkw und Bus gibt für sogenannte People Mover gibt.

Wir werden uns zu gegebener Zeit darum kümmern, dass wir nach 2019 die Kapazität der Shuttles auch voll ausnutzen können.

Ja, die Shuttles werden eine Straßenzulassung des TÜV Rheinland erhalten. Diese Zulassung wird lediglich für eine definierte Strecke erteilt. Die Technologie des autonomen Fahrens ist noch viel zu neu, als dass eine Zulassung für den gesamten Stadtbereich oder darüber hinaus erteilt werden kann. Wir können also nicht einfach so in Hambach herumfahren.

Die Shuttles haben keinen Fahrerplatz mehr und auch kein Lenkrad. Der Operator, der die autonomen Fahrfunktionen des Shuttles überwacht, steht vorne im Fahrzeug mit Blick auf die Fahrbahn und die Bildschirme mit den Außenaufnahmen. Gesteuert wird bei Bedarf mit einer Art Joy-Stick.

Die Shuttles sind so gebaut, dass sie leicht mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h oder noch schneller fahren könnten. Das ist aber vor allem in der Demo- und Testphase nicht anzustreben.

Wir gehen davon aus, dass man auf den möglichen Routen zum Schloss zwischen 15 km/h und 25 km/h fahren kann. Während der Demophase gehen wir von einer Geschwindigkeit von bis zu 15 km/h aus. Letztendlich wird uns der TÜV Rheinland eine Zulassung erteilen, die auch die Festlegung der Geschwindigkeiten auf den einzelnen Teilstrecken beinhaltet.

Sicherheit

Fragen zur Technologie und ihren Auswirkungen

Ja! Die Fahrzeuge fahren zwar schon autonom, es ist aber IMMER ein Operator an Bord, der die Fahrt überwacht und steuernd eingreifen kann falls dies notwendig sein sollte. Selbstfahrende Fahrzeuge ohne Operator oder Sicherheitsfahrer sind in Deutschland noch nicht erlaubt.

Ja! Die Sensoren am Fahrzeug werden bei jedem Objekt einer bestimmten Größe, das sich vor einem Fahrzeug auf dem Fahrweg befindet den unverzüglichen Not-Stopp einleiten. Das Fahrzeug hält dann sofort an.

Es kann passieren, dass ein Shuttle sogar dann anhält, wenn es gar nicht nötig wäre, z.B. wenn eine Plastiktüte vor das Shuttle fliegt. Aber irgendwann funktionieren die Sensoren und die Auswertesoftware so gut, dass autonome Fahrzeuge immer besser und zuverlässiger reagieren als der Mensch, d.h. kein Halt bei einer Plastiktüte und sofortiger Halt bei Mensch und Tier. Aber dass sie das können, müssen die Fahrzeughersteller erst beweisen.

Und solange gilt für uns: Jede Shuttle-Fahrt wird von einem Operator begleitet, der dafür sorgt, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden und die Gäste sicher ans Ziel kommen.

Wie in einem normalen Linienbus besteht in unseren Shuttles keine gesetzliche Anschnallpflicht, aber wir möchten gerne, dass unsere Gäste angeschnallt sind und werden sie freundlich darum bitten, die Gurte anzulegen.

Wenn der „autonome Fahrmodus“ einen Aussetzer hat, wird im „manuellen Modus“ weitergefahren, d.h. der Operator übernimmt die vollständige Kontrolle.

Sollte ein anderer technischer Defekt das Fahrzeug bewegungsunfähig machen, wird es auf einen Transporter geladen und zur Wartung in die Basis zurückgebracht. Die Passagiere werden von unserem zweiten Shuttle oder unserem Tesla Model X abgeholt.

Es gibt verschiedene Technologien, die zum Einsatz kommen, um die genaue Position des Fahrzeugs zu ermitteln. Da sind zunächst die LIDAR-Sensoren (Light Detecting And Ranging), ein laserbasiertes Verfahren zur Erfassung und zur Abstandsmessung von Umgebungsobjekten. Zudem verfügen autonome Shuttles über GNSS-Antennen um Satellitennavigation, also GPS, zu ermöglichen.

Schlussendlich gibt es eine Inertiale Messeinheit (Inertial Measurement Unit, IMU), die die Beschleunigungen, Neigungen, etc. des eigenen Fahrzeugs misst, um zurückgelegte Wege auf einer Straße zu ermitteln. Zusätzlich sind am Fahrzeug Kameras zur Hinderniserkennung angebracht.

Wie bei allen Geräten, die eine Schnittstelle zum Internet haben, könnten die autonomen Shuttles rein theoretisch von außen manipuliert werden. Dies betrifft übrigens auch normale Pkw der Oberklasse, die mittels over-the-air-Updates die eingebaute Software aktualisieren lassen.

Um sich davor zu schützen, gibt es zum einen kryptographische Verfahren, also Verschlüsselungstechnik, die als äußerst sicher gelten und sicherstellen, dass nur vom Hersteller signierte Fahrzeugsoftware installiert werden kann. Zum anderen verfahren die Hersteller so, dass sicherheitsrelevante Funktionen (z.B. Einleitung des Not-Stopp) von nicht-sicherheitskritischen Komponenten strikt getrennt werden (Kapselung).

Betrieb

Fragen rund ums Fahren und Fahrten

Das wissen wir noch nicht. Die genaue Route ist noch nicht festgelegt. Unser Projektpartner, die TU Kaiserslautern, hat damit begonnen, alle Straßenabschnitte, Knotenpunkte und eventuelle Wende-, Warte- und Haltebereiche aufzunehmen und daraufhin zu untersuchen, welche Herausforderungen auf welchen Abschnitten auftreten. Auch der TÜV Rheinland wird sich die Verkehrssituation genau ansehen und bewerten.

In einer ersten Bewertung wurden die Straßen in Hambach durch den TÜV als herausfordernd, aber machbar eingeschätzt. Ausgehend davon werden in der Testphase einzelne Streckenabschnitte befahren, um die Technik zu erproben und verschiedenen Herausforderungen (Enge Gassen, hohes Verkehrsaufkommen und Wald) separat zu meistern.

Wo die Shuttles dann aber letztlich langfahren werden, wird im Rahmen der Bürgerbeteiligung und durch die Stadtverwaltung bestimmt.

Die Shuttles sollen täglich von 9-19 Uhr im Einsatz sein, wochentags und am Wochenende. Zu Beginn der Demo- oder Testphase in 2019 müssen wir noch vieles ausprobieren, und die Fahrzeuge müssen die Strecke noch „lernen“ (also mittels LIDAR-Sensoren ausmessen und in ein 3D-Modell umwandeln). Daher wird zu Beginn sicher seltener gefahren werden als wir es mittelfristig anstreben.

Das ist pauschal schwer zu beantworten, weil das Besucheraufkommen und damit der Pkw-Verkehr starken saisonalen Schwankungen ausgesetzt sind. In der Demo- oder Testphase 2019 wird voraussichtlich noch nicht die Gesamtstrecke zum Schloss bewältigt werden. Ohnehin werden wir mit zwei Shuttles naturgemäß nur einen Teil der privaten Besucherfahrten auffangen können.

Auch in 2020, mit vier Shuttles und einem Tesla Model X, können wir während der Hochsaison in den Verkehrsspitzen nicht den gesamten Autoverkehr ersetzen – aber doch einen großen Teil. Außerhalb der Hochsaison genügt der genannte Fahrzeugpool, um den Besucherverkehr vollständig abzudecken.

Sollte unser „Hambach-Shuttle“ bei den Touristen (und Hambachern!) so gut ankommen, dass alle damit fahren möchten, würden wir ab 2021 zusätzliche Fahrzeuge kaufen und einsetzen, um die Verkehrsspitzen auch an den Wochenenden abzufangen. Aber an diesem Konzept arbeiten wir noch …

In der Demo- oder Testphase 2019 ist die Fahrt kostenlos. Ab 2020, wenn der Regelbetrieb beginnt und dieser sehr zuverlässig ist, könnte die Fahrt kostenpflichtig werden. Welchen Preis wir dann nehmen müssen, hängt von vielen Rahmenbedingungen ab, die heute einfach noch nicht klar sind.

Wir werden den Preis übrigens auch nicht im Alleingang bestimmen, sondern mit allen Partnern abstimmen. Klar ist, wir können den Shuttle-Service nur dann nachhaltig anbieten, wenn er mittelfristig wirtschaftlich betreibbar ist.

Der Shuttle ist für Alle, die Lust haben, mitzufahren – aber wir würden uns natürlich ganz besonders freuen, wenn viele Hambacherinnen und Hambacher ihn ebenfalls nutzen. Lassen Sie uns gerne wissen, wie der Hambach-Shuttle Ihnen gefällt.

In den ersten Monaten der Demo- oder Testphase in 2019 kann es sicherlich dazu kommen, dass ein Shuttle-Fahrzeug noch nicht so fährt, wie es soll, und man vielleicht mal kurz warten muss, bis das Shuttle vorbeigefahren ist oder man überholen kann. Aber die Behinderungen werden bestimmt bei weitem nicht so groß, wie wir das manchmal von Baustellen gewohnt sind.

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